Wer war Buddha?

Von Richard Lamers M.A.

Buddhas Leben von seiner Geburt über seine Erleuchtung bis zum Tod bietet viel Legendenhaftes, aber auch viel Sachliches.

Der Buddhismus ist einer der großen Weltreligionen und findet auch im Westen immer mehr Anhänger. Begründet wurde er von dem Fürstensohn Siddharta Gautauma. Als Buddha wurde er nach seiner Erleuchtung bezeichnet. Das Sanskrit-Wort Buddha bedeutet „erleuchtet, erwacht“. Im Buddhismus geht man allerdings nicht von einem Buddha aus, sondern von einer großen Anzahl Erleuchteter, die auf der Erde erscheinen. Der Buddha dieses Zeitalters wurde um 566 v. Chr. im Reich der Shakyas am Fuße des Himalayas, dem heutigen Nepal, in der Nähe von Lumbini geboren. Nach dem Geschlecht der Shakyas wird er auch Shakyamuni geannt. Die meisten Angaben zu Buddhas Leben stammen aus dem so genannte Pali-Kanon und hier insbesondere aus der Mittleren Sammlung. Pali ist eine indische Sprache, in der Buddhas Leben und Lehrreden nach einer Zeit der mündlichen Überlieferung zum ersten Mal schriftlich fixiert wurden.

Buddhas Geburt

Die Geburt Buddhas ist von Legenden umrankt, die erst Jahrhunderte nach seinem Tod aufgeschrieben wurden. Darin wird zum Beispiel berichtet, dass Siddharta schon bei der Geburt über Bewusstsein verfügte. Er soll unmittelbar nach seiner Geburt sieben Schritte in jede Himmelsrichtung gemacht haben und dann gesagt haben: „Ich bin für die Erleuchtung geboren. Dies ist meine letzte Wiedergeburt“.

Jugend und Auszug

Siddharta wuchs behütet und frei von materiellen Sorgen auf. Da seinem Vater, dem damaligen Herrscher über das Shakya-Reich Suddhodana, der Legende nach vorausgesagt wurde, dass sein Sohn entweder ein großer Herrscher oder ein Erleuchteter werden sollte, schirmte er ihn systematisch von der Außenwelt ab, um ihm eine Begegnung mit leidvollen Erfahrungen zu ersparen. Dennoch verließ er eines Tages den Palast, begegnete einem Alten, einem Kranken, einem Toten und einem Mönch. Siddharta entschied sich darauf hin, seine Familie, er hatte bereits geheiratet und einen Sohn namens Rahula, zu verlassen und die Antwort auf die Frage nach dem Ursprung des Leidens und seiner Aufhebung zu finden.

Lehrzeit und Erleuchtung

Siddharta schloss sich verschiedenen Lehrern an und lernte tiefe Versenkungszustände kennen. Doch da er sein Ziel nicht erreichte, versuchte er auf eigene Faust die Erleuchtung zu erlangen. In der Nähe des heutigen Bodhgaya gab er sich einer radikalen Askese hin. Doch da auch diese nach sechs Jahren Übung keinen Erfolg zeigte, widmete sich einem mittleren Weg zwischen extremer Askese und ausschweifender Sinnesfreude. Er stärkte sich und begann unter dem später so genanten Bodhi-Baum, dem Baum der Erleuchtung zu meditieren. Diese Meditation, die schließlich zur Erleuchtung führte, ist mit Legenden ausgeschmückt, wie den Angriffen und Versuchungen Maras, der das Böse verkörpert. Nach dessen Überwindung, vertiefte sich Siddharta erneut in meditativer Konzentration und erkannte schließlich die Leidhaftigkeit des Lebens, die Ursachen dafür, die Möglichkeit ,das Leiden zu beenden und den Weg zur Erlösung.

Buddhas Lehrtätigkeit und Tod

Siddharta Gautama war im Alter von 35 Jahren zum Budda geworden und begann seine bis zu seinem Tode währende Lehrtätigkeit. Von dieser Zeit an werden auch die Beschreibungen seinen Lebens nüchterner. Das Legendenhafte tritt etwas in den Hintergrund. In unzähligen Reden vermittelte er seine Lehre, den Dharma, und erreichte damit immer mehr Anhänger, die er als Mönche, und später auch als Nonnen ordinierte, oder die als Laienanhänger Zuflucht zum Buddha, zu seiner Lehre (Dharma) und zur Gemeinschaft (Sangha) nahmen. Im Alter von 80 Jahren im Jahr 483 v. Chr. starb Buddha in der Nähe des Dorfes Kushinagara.

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