Schulen des Buddhismus

Von Richard Lamers M.A.

Der Buddhismus ist eine vielfältige Religion mit zahlreichen Schulen und Unterschulen, wie tibetischer Buddhismus, Zen oder Reines Land.

Wie in jeder Religion, gibt es auch im Buddhismus verschiedene Glaubensrichtungen, die historisch, kulturell und sozial bedingt sind. Für den Buddhismus war und ist dabei typisch, vorhandene Religionen, wie die Bön-Kultur in Tibet oder den Konfuzianismus und Taoismus in China integrieren zu können. Selbst zum Christentum gibt es Überschneidungen, gerade im Zen-Buddhismus. Manche westliche Buddhisten übernehmen sogar Jesus Christus in ihren Glauben. Die buddhistischen Schulen sind in ihrer Vielfalt und Unterscheidung sehr komplex und können daher hier nur sehr grob und exemplarisch betrachtet werden.

Großes und kleines Fahrzeug

Traditionell wird im Buddhismus zwischen Schulen des „großen Fahrzeuges“ (Mahajana) und des „kleinen Fahrzeugs“ (Hinajana) unterschieden. Während Anhänger des Hinajana die eigene Befreiung in den Vordergrund stellen, kommt es Anhängern des Mahajana darauf an, alle Wesen zur Erleuchtung zu führen. Während im Hinajana das Ideal war, ein Arhat, ein Heiliger zu werden, war im Mahajana der Bodhisattva das Ideal. Ein Bodhisattva ist ein erleuchtetes Wesen, das sein persönliches Eingehen ins Nirvana zurückstellt, bis alle anderen Wesen ebenfalls diesen Zustand erreicht haben. Mit diesem Ideal rückte das universelle Mitgefühl in den Mittelpunkt der buddhistischen Praxis.

Theravada

Das Theravada, die Lehre der Ordenältesten, geht auf eine konservative Schule des frühindischen Hinayana zurück und ist in Birma, Sri Lanka, Laos, Thailand und Kambodscha beheimatet. Der Theravada hält strikt an den Schriften des so genanten Pali-Kanon fest, dies sind die historisch gesehen ältesten schriftlichen Niederlegungen des Buddhismus. Das Theravada zeichnet sich besonders durch den Aufbau großer monastischer Institutionen aus und hat zum Teil staatstragende Funktion.

Die Schule des Reinen Landes

Die Schule des Reinen Landes ist ein Buddhismus der gläubigen Hingabe, die einen Ausweg aus dem Kreislauf der Wiedergeburt durch den Glauben an Buddha in Gestalt des Buddha Amitabha (Grenzenloses Licht). Amitabha herrscht über ein „reines Land“. Die Rezitation dessen Mantras „Nanmo Amito“ führt nach Glauben seiner Anhänger nach dem Tod in Amitabhas „Westliches Paradies“ (Sukhavati).

Rinzai-Zen

Rätsel (Koans) sind die Grundlage des Rinzai-Zen. Die Meditation über Koans soll die Schüler zur plötzlichen Erleuchtung (Satori) führen. Denn das Nachdenken über Paradoxa und Rätsel sollen das konventionelle Denken sprengen und zur wahren Realität führen.

Soto-Zen

Soto-Zen betont die Bedeutung alltäglicher Handlungen. Einfache, nicht ritualisierte Meditation ist die Essenz des Soto-Zen. Hauptpraxis ist dabei das Zazen, das im im Lotus-Sitz, mit offenen Augen ausgeführte, regungslose Sitzen vor einer Wand.

Tibetischer Buddhismus

Nicht zuletzt durch den Dalai Lama ist der Tibetische Buddhismus im Westen bekannt geworden. Im Tibetischen Buddhismus haben sich wiederum zahlreiche Schulen und Unterschulen gebildet. Allen gemeinsam ist die enge Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Einige tantrische Lehren werden nur mündlich vom spirituellen Lehrer an seinen Schüler weitergegeben.

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