Metta Meditation

Die Metta Meditation richtet sich auf Freundschaft und Freundlichkeit. Sie wird aus dem Pali-Wort mettā = “Freundschaft” abgeleitet und gehört zu den 40 Meditationsobjekten des historischen Buddha. Man kann das Wort metta auch mit Freundlichkeit oder Liebe, Sympathie und aktivem Interesse an anderen Menschen übersetzen. Der Terminus der “liebenden Güte” spielt ebenfalls eine Rolle. Es geht dabei strikt darum, jegliche egoistische Tendenz des Aneignen-Wollens, wie sie in der Liebe allzu oft vorkommt, zu vermeiden.

Bedeutung der Metta Meditation

Buddha selbst beschreibt in einer seiner Lehrreden (Metta-Sutta) das Metta in der Art der Mutterliebe. Diese Liebe soll durch die Metta Meditation auf alle Menschen ausgedehnt werden. Der Theravada-Buddhismus ordnet Metta unter die „Zehn Transzendenten Tugenden“ sowie unter die „Vier Unermesslichen Tugenden“ ein (pāramī und brahmavihāra). Forschungen zur Metta Meditation belegen deren Wirksamkeit, unter anderem in Bezug auf größere soziale Verbundenheit (Stanford University), auf mehr positive Emotionen, abnehmende schizophrene Episoden und nachlassende Depressionen (Universität von North Carolina) und auf erhöhte mentale Achtsamkeit (Leipziger Max-Planck-Institut).

Wie wird die Metta Meditation durchgeführt?

Bei einer Metta Meditation geht es darum, eine freundlich-wohlwollende Haltung einzunehmen. Zunächst richtet sich die Meditation auf das Selbst, anschließend auf nahestehende Personen, schließlich auf neutrale und zuletzt auf ablehnende oder feindselige Personen. Eine vollständige Metta Meditation benötigt entsprechend viel Zeit. Daher sollten Einsteiger zunächst die Metta Meditation auf das Selbst richten. Die Meditierenden sollen sich

frei von Gefahr,
glücklich,
körperlich gesund und
in ihrem Lebensweg leicht

fühlen. Die vollständige Metta Meditation benötigt vier Schritte.

1. Schritt: Liebe zu sich selbst

Die Bewusstheit richtet sich auf den eigenen Geist. Er ist ein innerer Spiegel, den die meditierende Person nur beobachtet, ohne ein Urteil zu fällen. Es wird sich der Wunsch herausstellen, glücklich zu sein. Das ist legitim, wenn dabei keine andere Person zu Schaden kommt. Zum Glück gehören auch Gesundheit, Heiterkeit, Geborgenheit, klare Gedanken und sympathische Gefühle für andere Menschen. Begleitet wird dieser Teil der Meditation von ruhigem Atem. Das Ausatmen beendet Blockaden und Hindernisse, ein Gefühl der Inspiration für den Alltag stellt sich ein. Der Wunsch nach Glück hat nichts mit Egoismus zu tun, doch auch nichts mit Selbstaufopferung. Es geht nur um liebevolle Annahme des Selbst.

2. Schritt: Liebe für nahestehende Menschen

Dieser Teil beginnt mit der Vorstellung von mindestens einer vertrauten Person, die Liebe und Sympathie verdient hat. Es sollte nicht unbedingt der Lebenspartner oder ein naher Verwandter sein, geeigneter ist ein Freund desselben Geschlechts. Diese Person wird in die innere Vorstellung übernommen, um ihre guten Eigenschaften nachzuempfinden und wertzuschätzen. Diesem Menschen wünscht der Meditierende Glück und Leidfreiheit. Die Vorstellung befreit das eigene Herz, bis zum Abschluss dieses Meditationsteils die Vorstellung wieder aufgelöst wird.

3. Schritt: Liebe für einen Fremden

Bei diesem Schritt geht es um die Erweiterung der Liebesfähigkeit. Sie richtet sich auf eine Person, mit der keine persönliche Verbindung besteht. Ein Dienstleister, ein Grußkollege und selbst jemand aus den Medien wäre geeignet. Bei der Vorstellung zu dieser Person könnte sich ein Gefühl gewisser Gleichgültigkeit einstellen, denn dieser Mensch hat der meditierenden Person nicht genutzt und nicht geschadet. Doch es ist ein fühlendes Wesen, das ebenso Glück und Leidensfreiheit verdient hat. So soll nun durch die Meditation ein Gefühl der Verbundenheit und der guten Wünsche für den Fremden entstehen.

4. Schritt: Güte für schwierige Menschen

Diese anspruchsvollste Stufe einer Metta Meditation nimmt schwierige Menschen und sogar Feinde in das eigene Mitgefühl auf. Dabei muss Vergebung geübt werden, anschließend erfolgt eine Wendung im eigenen Denken. Auch diese subjektiv verhasste Person leidet wahrscheinlich und ist womöglich ungeschickt bei der eigenen Suche nach Glück. Dieses hat sie jedoch wie alle fühlenden Wesen verdient.