Meditation für Einsteiger

Von Richard Lamers M.A.

Regelmäßige Meditation führt zu mehr Gelassenheit, Kreativität und Lebensfreude. Vielleicht sogar zur Erleuchtung.

Über das Wesen und die unterschiedlichen Formen der Meditation gibt es zahlreiche Meinungen. Kleinster gemeinsamer Nenner dürfte sein, dass es bei der Meditation darum geht, den Geisteszustand bewusst zu erfahren. Meditation bedeutet, fortgesetzte, konzentrierte Sammlung der Aufmerksamkeit und gleichzeitig sensible Offenheit für das, was sich gerade als Schau, Erfahrung oder Erleben bietet.

Warum meditieren?

Meditation fördert die Gesundheit und vermag sogar Krankheiten zu lindern oder zu heilen. Sie verhilft zu mehr Konzentration, Kreativität und Gelassenheit. Meditation kann zur Entspannung und zur Anregung genutzt werden. Manche religiöse Traditionen gehen davon aus, dass Meditation zur Erleuchtung führt.

Wie meditieren?

Meditation beruht auf Gewohnheit. Durch ständiges Wiederholen wird eine Wirkung auf den Geist ausgeübt. Zur Gewohnheit gehört beispielsweise die Regelmäßigkeit der Meditation, wie eine feste Tageszeit. Dabei sind natürlich Sachzwänge zu beachten. Bewährt hat sich eine Morgen- und eine Abendmeditation. Doch auch Nachmittags- oder Mitternachtsmeditationen erfüllen das Kriterium der Regelmäßigkeit. Auch die Dauer spielt eine Rolle. Eine gelungene Meditation muss nicht bedeuten, stundenlang in Regungslosigkeit zu verharren. „Lieber kürzer mit Freude als länger missmutig“ lautet ein gängiger Meditationsrat.

Wo meditieren?

Zur Gewohnheit gehört auch ein gewohnter Raum. Das kann ein abgetrennter Bereich im Wohnzimmer ebenso gut sein, wie ein eigens ausgewählter Stuhl oder auch ein Platz im Garten. Ein reiner Meditationsraum wäre ideal, lässt sich aber meist nicht realisieren. Durch einen festen Platz verstärkt sich die Gewohnheit. Dieser Ort lädt sich förmlich auf mit Meditationsenergie. Durch die Routine wird auch der Ablauf vereinfacht und man muss nicht jedes mal Möbel rücken und Kissen zurecht legen. Wesentlich ist auch, dass der Meditierende nicht gestört wird. Fernseher und Radio im Hintergrund verbieten sich von selbst. Auch Familienangehörige sollten einen nicht unbedingt während der Meditationszeit in Gespräche verwickeln. Am besten vorher die störungsfreien Zeiten absprechen. Auf der anderen Seite sind Geräusche, wie das Aufbrechen der Straße, oder Störungen, wie die heranfliegende Mücke, nie ganz auszuschließen und können sogar für den Fortschritt der Meditation hilfreich sein.

Die Haltung

Über die richtige Haltung gibt es keine einheitliche Meinung. Viele Meditationen finden im Sitzen statt, manche im Gehen, manche aber auch beim Tanzen oder wilder Bewegung. Bei der Sitzmeditation kann man sich den Buddha zum Vorbild nehmen (Lotossitz). Da dies vielen Westlern schwer fällt, sind auch andere Haltungen möglich. Es kann auch ein Stuhl, ein Sessel oder das Bett sein. Bei letzteren sollte man allerdings darauf achten, nicht einzuschlafen.

Was meditieren?

Meditationstechniken gibt es in jedem Kulturkreis und in jeder Religion. Sei es das Herzensgebet im Christentum, Zazen im Zen-Buddhismus, die Rezitation von Mantren im Vajrayana-Buddhismus oder der im Sufitum. In den letzten Jahrzehnten sind einige moderne Meditationsformen hinzugekommen, beispielsweise die Transzendentale Meditation oder die von Osho entwickelte Dynamische Meditation.

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